12.02.2020

Premiere im niederländischen Groningen: Erste Fahrt eines automatisch gesteuerten Zugs mit Fahrgästen

Stadler, ProRail, die Provinz Groningen und Arriva Niederlande haben mit einer Gruppe von Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie interessierten Fahrgästen in der Region Groningen eine Fahrt mit einem Zug durchgeführt, der automatisch beschleunigt und gebremst wurde. Zum ersten Mal waren Fahrgäste in den Niederlanden an Bord eines per ATO (Automatic Train Operation) betriebenen Zugs. Der Zug verfügt über ein Zugsicherungssystem, zudem fuhr auch ein Lokführer mit.

Die vier Partner haben 50 Gäste aus Politik und Wirtschaft aus der Region sowie aus den gesamten Niederlanden eingeladen, in einem ATO-Zug an einer Fahrt um Groningen teilzunehmen. Der Zug wurde mit Automationsgrad 2 betrieben (GoA 2). Damit ausgerüstet ist ein Zug in der Lage, sich automatisch fortzubewegen. Zudem kann ein ATO-Zug auf Grund des Journey Profiles an einem Bahnsteig präzise anhalten. Beim eingesetzten Zug handelt es sich um einen dieselelektrisch angetriebenen GTW von Stadler, den Arriva Niederlande zur Verfügung gestellt hat. Die Sicherheit ist stets garantiert, da der Zug über ein Zugsicherungssystem verfügt und der mitfahrende Lokführer jederzeit eingreifen kann.

Die Tests in Groningen laufen bereits seit Oktober 2019 und erstrecken sich über drei Phasen. Die nun durchgeführte zweite Phase involviert erstmals Fahrgäste. Ziel des Projekts ist es, das menschliche Verhalten beim Einsatz automatisierter Züge genauer zu betrachten. Ausserdem soll das Potential der Technologie hinsichtlich einer Erhöhung der Schienenkapazität und weiterer Energieeinsparungen ermittelt werden. Auch die Haltegenauigkeit, Pünktlichkeit, Geschwindigkeit, Sicherheit und der Komfort werden beurteilt.

ATO kann die Überlastung von Strecken mildern, das Bahnfahren komfortabler machen und Kunden einen zuverlässigeren Service bieten. ATO ermöglicht es Zügen, dichter aufeinander zu fahren. Energie wird eingespart, da Züge stets in optimaler Geschwindigkeit reisen. Dabei wird auch der Bremseinsatz entsprechend justiert.

Stadler, die Provinz Groningen, ProRail und Arriva Niederlande führen diese Woche einige weitere Testfahrten für die Öffentlichkeit durch. Auf diese Weise können Interessierte die Fahrt mit einem ATO-Zug selbst erleben.

Siddhant Tomar, Leiter Technologie von Stadler Signalling, sagt: «Dieses Projekt fasziniert uns und wir freuen uns über den erfolgreichen Verlauf der Tests. Ausserdem erweist sich die Zusammenarbeit zwischen ProRail, der Provinz Groningen, Arriva Niederlande und Stadler im Bereich ATO als grosser Erfolg. Innovation erfordert Zusammenarbeit und den Austausch von Ideen. Indem wir in diesem Projekt auf Fahrgäste zugehen, verstehen wir, was ihnen wichtig ist. Mit seinem innovativen ATO-System trägt Stadler massgeblich zum technologischen Fortschritt in der Bahnindustrie bei. Das System erfüllt die Erwartungen unserer Kunden und ist für die Digitalisierung der Eisenbahn wegweisend.»

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